Frisiermethoden

Schneiden, trimmen oder doch ausbürsten? Welche Frisiertechniken hat der Hundefriseur? Wann wird welche angewandt? Wo liegt der Unterschied zwischen diesen Methoden?

Schneiden

Diese Arbeit wird als die Typischste eine Hundefriseurs angesehen. Dabei hat man oft das Bild eines Königspudels mit seinen Pompoms vor Augen. Doch heutzutage kommen nicht nur Pudel zum Friseur. Auch andere Hunderassen wie Shih-Tzu, Malteser, Yorkshire Terrier, Bichon Frisé und Bobtail nutzen den professionellen Hundefriseur. Selbst ein Golden Retriever, der eigentlich nicht geschnitten werden müsste, kommt manchmal in den Genuss einer kleinen Behandlung mit der Schere. Hierbei wird dann in der Regel aber nur die Hose eingekürzt, die Fransen weggeschnitten und vielleicht noch der Hals etwas ausgedünnt. Das komplette Schneiden des Golden Retriever Fells ist nicht ratsam.

Früher wurden alle Schnitte mit der Schere gemacht. Doch seit einigen Jahrzehnten gibt es leistungsstarke Schermaschinen, die in Kombination mit einem guten Scherkopf und einem Kammaufsatz eine enorme Bandbreite an Längen produzieren können. 

Trott dessen kann es bei manchen Hunden vorkommen, das wegen des Fells ein Scherenschnitt notwendig oder vom Halter gewünscht ist. Wer seinen Hund zu Hause frisiert kann ebenfalls nur mit Scheren arbeiten, hierbei sollte die Endlänge aber nicht zu kurz gewählt werden, damit man nicht Gefahr läuft die Haut zu verletzen. Ohnehin dar die Länge nicht zu kurz gewählt werden, was auch bedeuten kann, dass 4cm zu kurz sind, etwa wenn das Fell dünn und spärlich ist. Ansonsten drohen Sonnenbrand und Krankheiten. 

Je dichter das Fell ist, desto leistungsstärker muss die Schermaschine sein. Auch die Scheren sollten einer höheren Qualitätsstufe entsprechen, damit sie lange gut in der Hand liegen und sauber schneiden. 

Beim Frisieren mit Scherer und Schermaschine sind keine Grenzen gesetzt. Es gibt alles Mögliche und Unmögliche an Frisuren und Styles. 

Hinweis: Wenn Knoten vorhanden sind muss sehr vorsichtig gearbeitet werden. Niemals die Knoten durchschneiden, wenn du nicht zu 100% sicher bist, dass du nicht die Haut triffst oder eine Warze hineingewachsen ist. Also immer die Finger oder einen Kamm hinter den Knoten legen. Bei Filzmatten sollte die Schere erst nach der Schur mit der Schermaschine eingesetzt werden. Die Gefahr den Hund mit der Schere zu verletzt ist einfach zu groß.

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Ausbürsten

Alle Rassen mit kurzem Fell und jene mit zweilagigem Fell werden ausgebürstet. In ersterem Fell geht es um das steife Deckhaar, in letzterem um die feine Unterwolle. Diese werden auch mit unterschiedlichen Werkzeugen entfernt.
Doch warum sollte man einen Hund ausbürsten? Schauen wir uns zunächst Hunde wie den Border Collie an. Diese Rasse hat typisch zweilagiges Fell. Mittellanges Deckhaar und Unterwolle. Wieviel Unterwolle ein Hund hat hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen der Rasse, der Zuchtlinie und auch Kastration und andere Hormonbehandlungen können das Wachstum von Unterwolle beeinflussen. Beim Border Collie und seinen zwei lagen wird die Unterwolle immer dichter, wenn man sie nicht entfernt. Irgendwann wird sie die Haut nahezu vom Sauerstoff trennen und die Haut wird anfällig für Krankheiten und Parasiten. Außerdem wird dem armen Tier schlicht und ergreifend zu heiß. In Kombination mit einem Bad, einem kraftvollen Föhn und einer Unterwollkralle, wird ein großer Teil der Unterwolle entfernt. Zwei Dinge seien hier angemerkt: Der Einsatz von Unterwollkrallen kann bei falscher Anwendung die Haut beschädigen, daher ist hier große Aufmerksamkeit und Sorgfalt notwendig. Das Zweite: Die Unterwolle muss nicht vollständig entfernt werden. Sie muss nur auf ein angemessenes Maß reduziert werden. Vor allem in Kombination mit einem Bad und einem Föhn, wird das Fell aufgelockert und die Haut bekommt wieder Sauerstoff.
Dann wird das Deckhaar in Augenschein genommen. Es ist steif, glatt und hat eine gänzlich andere Struktur. Mit einer Unterwollkralle ist hier nicht viel zu machen. Bewährt haben sich Striegel aus Silikon und anderen Gummimischungen um mit dem Gesetz der Reibung das Fell schonend zu entfernen.
Auf diese Art und Weise wird auch das Fell eines Mopses entfernt. Hier wird vorwiegend mit einem Striegel gearbeitet. Auch bei anderen Rassen wie der Französischen Bulldogge oder einem Dalmatiner ist diese Vorgehensweise ideal. Der Mops hat aber auch ein zweilagiges Fell mit Unterwolle. Wobei diese nicht so lang und dicht ist, wie bei einem Border Collie. Die Unterwollkrallen sind dafür nicht geeignet, sie können die kurzen Härchen nicht greifen. Dafür eignen sich Bogenstriegel. Sie haben mit ihren Zinken die Möglichkeit die kurze Unterwolle zu greifen. Wie auch bei der Kralle und dem Haken wird hierbei die Haut beansprucht und sollte daher sorgsam eingesetzt werden. 
 

Trimmen

Viele verwechseln Trimmen mit Scheren. Das liegt daran, dass beim Stutzen, also Trimmen, eines Bartes, tatsächlich das Haar gekürzt wird. Im Bereich der Hundepflege ist Trimmen aber ein anderer Begriff für Zupfen, oder auch der Oberbegriff für das Handstripping.
Hierbei wird das Fell aus der Haut gezogen. Aber keine Angst, wenn man es beim richtigen Felltyp anwendet, tut es nicht weh.
Getrimmt werden rauhaarige Rassen, wie der Rauhaardackel, der Border Terrier und der rauhaarige Jack Russel Terrier. Diese Rassen gehören alle zu den Terriern und Jägern, die bevorzugt in Erdlöchern ihre Beute aufspüren. Das Fell ist steif, rau und bleicht gerne aus. Dagegen gibt es aber auch noch den West Highland Terrier und den Australian Terrier. Ihr Fell ist etwas geschmeidiger als das der anderen Beispielhunde, und doch wird auch dieses Fell gezupft. Welche Rassen gezupft werden und wie man das Fell unterscheidet ist vor allem Erfahrungssache. Man muss es einige Male gesehen haben, dann kannst du es auch aus mehreren Metern Entfernung bei einem Mischling sagen.
Dieser Felltyp muss gezupft werden, weil es sich nicht von selbst abwirft. Es verbleibt in der Wurzel und muss per Hand entfernt werden. Geschieht dies nicht entstehen, meist nach etwa 5 Jahren, massive Hautirritationen. Diese können so schlimm werden, dass sich der Hund die ganze Haut kaputtbeißt.
Gezupft wird mit sogenannten Trimmmessern. Diese gibt es in unterschiedlichen Feinheiten und Qualitätsstufen. Jemand, der seinen Hund besonders sorgfältig frisiert wissen will, sollte auf mehrere Trimmmesser zurückgreifen. Die falsche Stärke knipst das Haar nämlich ab, statt es herauszuziehen. Außerdem gibt es noch Kalk, Trimmsteine und Fingerlinge, mit denen man das Fell entfernen kann. Trimmmesser und Trimmsteine werden nach der persönlichen Vorliebe gewählt. Wohingegen Kalk und Fingerlinge beide Arbeitswerkzeuge unterstützen.
Trimmen ist eine sehr aufwendige und auch anstrengende Arbeit. Einige Salons haben sich auf diese Arbeit spezialisiert, andere Friseure arbeiten nur an ein oder zwei Trimmhunden am Tag. Auf jeden Fall muss auf das richtige Werkzeug und die richtige Technik geachtet werden, da ansonsten Sehnscheidenentzündungen drohen.

Hinweis: Trimmfell sollte vor dem Zupfen nicht gewaschen werden, es wird sonst zu glatt und erschwert das Zupfen. Außerdem darf diese Art von Fell nicht geschnitten werden (außer an den Beinen oder unter dem Bauch, wo sich das Trimmfell durch Reibung im hohen Graß und dergleichen größtenteils von selbst löst).

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Mit einem Silikonstriegel wird das glatte Deckhaar ausgebürstet

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Silikonstriegel brauchen einen Moment, bis sie auf Temperatur sind

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Sie sind sehr effektiv

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Trimmfell bei einem Dackel-Chihuahua Mischling. Einfach greifen.

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Und herausziehen

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Das Haar kommt mit der Wurzel heraus. Man merkt nur einen leichten Wiederstand.