Flöhe – Was sie sind, wie man sie identifiziert und bekämpft

Sie gehören zu den lästigsten Parasiten, die unsere geliebten Vierbeiner befallen können. Allein der Gedanke an die blutsaugenden Krabbeltierchen reicht aus, um unsere Kopfhaut zum Jucken zu kriegen. Jetzt gerade beim Schreiben geht es mir genauso. Doch woher kommen diese Biester? Was genau sind Flöhe überhaupt? Wie erkennt man, ob sein Hund Flöhe hat und wie wird man sie wieder los?

Pedro Núñez De Villavicencio - Boy Looking for Fleas on a Dog flöhe hund flohbefall

Bild von Pedro Núñez De Villavicencio - Junge beim Entflohen seines Hundes - um 1650


Was sind Flöhe?

Zunächst einmal sollte erwähnt werden, dass von den 2.400 Arten weltweit, etwa 80 auf dem europäischen Kontinent vertreten sind. Sie sind demnach überall. Entgegen einiger Mythen sind Flöhe nicht in der Lage zu fliegen. Sie besitzen nachweislich keine Flügel, dafür aber besondere Hinterbeine und einen aerodynamischen Körper. Ihr schlanker schmaler Körper lässt, die in den Hinterbeinen durch ein Enzym entstehende Energie optimal nutzen. Somit können diese Parasiten einen Weitsprung von bis zu 50cm hinlegen. 

Flöhe vermehren sich schnell. Ein Weibchen kann in seinem 1,5 Jahre langen Leben bis zu 400 Eier legen. Meistens legt sie etwa 10 Eier in einem Paket ab, die dann 2-4 Wochen brauchen, um zu schlüpfen. Daher reicht es auch nicht die lebenden Tiere einfach zu entfernen.  Im Übrigen benötigt ein weiblicher Floh nicht zwangsläufig ein Männchen, um sich fortzupflanzen. Zumindest nicht zur selben Zeit. Denn weibliche Flöhe besitzen Samentaschen, in denen sie das Ejakulat aufbewahren können, bis die Lebensbedingungen angemessen sind. Dadurch sind Flöhe in der Fortpflanzung unabhängiger von aktuellen Lebensumständen. 

Doch tröste dich! Selbst die Dinosaurier durften sich bereits in der Jurazeit mit Flöhen abplagen, wobei diese Exemplare eine Größe von zwei Zentimetern erreichten. Zum Vergleich: Jetzt haben Flöhe in der Regel eine Größe von 0,6 Millimetern!

 

Wo leben Flöhe?

Immer wieder lese ich Aussagen, dass Flöhe nur auf dem Wirt leben, dass Hundeflöhe nur Hunde befallen oder, dass diese Parasiten überall, selbst im Polster leben. Die traurige Wahrheit ist, sie leben überall und sind nicht auf einen Wirt fixiert. Wobei ich hier spezifischer werden muss. Es gibt Pelzflöhe und es gibt Nestflöhe. Erste leben bevorzugt auf einem Wirt und sie haben durchaus eine Vorliebe für eine Nahrungsquelle, dennoch ist ein Floh nicht wählerisch, wenn es um seine Mahlzeit geht. Pelzflöhe sind recht einfach auszurotten. Letztere, die Nestflöhe, leben überall, nur nicht auf dem Wirt, wenn es sich vermeiden lässt. Sie leben in Polstern, dem Teppich, im Bett im Wäscheschrank, einfach überall dort, wo es kuschelig ist und kommen nur raus, um zu fressen. Und das macht es so schwer sie wieder loszuwerden. Jede Art von potenziellem Nest muss dabei umgekrempelt werden. 

Ich hatte diese Art von Flöhen einmal und ich bin fast wahnsinnig geworden. Wir hatten ein halbes Jahr lang Flöhe in der ganzen Wohnung. Sie bissen mich, sie bissen meine Hunde. Damals wusste ich noch nicht, dass diese Tierchen durchaus in den Polstern leben können. Ich dachte, sie würden dort nur sitzen, weil meine Hunde einfach vollkommen überbucht waren. Ich gab fast 500€ für Medikamente und andere Präparate aus und habe all meine Wäsche auf 90°C gewaschen, das meiste konnte ich danach wegschmeißen. Es war die Hölle.

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Wie erkennt man Flöhe?

Nicht immer, wenn der Hund sich kratzt hat er auch Flöhe. Manchmal juckt es einfach nur so, oder ein anderes, harmloses Tierchen hat sich ins Fell verirrt oder der Fellwechsel ist einfach da, da kann die Haut auch schonmal jucken. Trotzdem ist in einem solchen Fall eine Kontrolle die sicherste Lösung. Aber ein einziger Floh lässt sich schwer finden. Bei einem weißen Hund findet sich der Eindringling schnell und einfach, bei Hunden mit dichtem, dunklem Fell, am besten noch voller Unterwolle, ist das die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen. Doch auch ohne den Übeltäter zu stellen, kann ein Befall nachgewiesen werden. 

Flohkot

Über den Kot der Flöhe kann schnell festgestellt werden, ob ein Hund Flöhe hat. Flöhe haben ihre bevorzugten Plätze auf Hunden. Etwa im Genitalbereich, am Schwanzansatz, hinter den Ohren und unter den Achseln. Wenn dort kein lebendes Exemplar gefunden wird, können dennoch schwarze Krümel gefunden werden. Um auszuschließen, dass es sich um einfachen Dreck handelt, nimmt man diese Krümel auf ein Stück Küchenpapier, am besten mit einem feinen Flohkamm, feuchtet sie an und zerreibt sie. Verfärben sich die schwarzen Krümel rot, ist es Flohkot. 

Lebende Exemplare erkennen

Doch wie erkennt man ein lebendes Exemplar. Schließlich hegt man die Hoffnung, auch wenn man ein Tierchen gefunden hat, dass es sich nicht um einen Floh handelt. Das Beispielbild unten zeigt ganz deutlich, wie ein Floh aussieht. Und auch wenn das Lebendexemplar wesentlich kleiner ist, sind die Beine zu erkennen. Diese sind einfach sehr prägnant. Im Zweifelsfall: Wenn etwas auf der Haut krabbelt, klein und schwarz ist, ist es nahezu immer ein Floh.

robert hooke zeichnung eines flohs 1665 schema floh flohbefall

Zeichnung eines Flohs - Robert Hooke 1665

Wie wird man Flöhe los?

Ist man sich sicher, dass Flöhe im Haus sind sollte man mit allen möglichen Waffen gegen sie vorgehen. Denn auch wenn es sich eindeutig um Pelzflöhe handelt, können Flöhe auch ohne Wirt einige Tage bis Wochen auskommen. Wenn also irgendwo in der Wohnung einige lauern, können sie einen erneuten Ausbruch verursachen.
Rein natürlich sind Flöhe nicht zu bekämpfen. Die Franzosen in der Renaissance haben wirklich alles probiert. Sind sie erstmal da, wird man sie nur mit viel Chemie wieder los. Bewährt hat sich dabei eine Kombination aus Präparaten am Hund, wie Spot-Ons oder Tabletten, einem Umgebungspräparat, auch Vernebler genannt, und dem Waschen aller möglichen Textilien auf hohen Temperaturen. Wer diese kombinierte Form der Kriegsführung betreibt, wird seine Widersacher effektiv und langfristig in die Flucht schlagen. 
Natürlich sind Chemikalien nicht der angenehmste Weg. Und es gibt auch Präparate, die in einem besonders schlechten Ruf stehen. Bei einem Flohbefall sollte aber nicht mit Hausmitteln herumexperimentiert werden. Es gibt auch chemische, gut verträgliche Mittel und es geht auch nicht um eine Dauerbestrahlung von Hund und Umgebung. Daher sollten hier, zum Schutz aller, die Zähne zusammengebissen werden. 
 

Wie verhindert man Flöhe?

Am effektivsten sind auch hier die chemischen Präparate. Spot-ons, Flohhalsbänder und -Anhänger sind am erfolgreichsten in der Flohabwehr. Es gibt auch natürliche Präparate, die angeboten werden, wie Bernstein und dergleichen, allerdings ist ihre Wirksamkeit nicht nachgewiesen. Wer seinem Hund die dauerhafte Chemiekeule ersparen will, braucht ein gutes Auge für das Verhalten seines Hundes. Wird der Flohbefall im Frühstadium erkannt, kann dann ein Präparat verabreicht werden. So ist der Hund zwar nicht dauerhaft geschützt, aber ein massiver Ausbruch wird verhindert. Bist du allerdings mit deinem Hund viel auf Plätzen mit anderen Hunden, oder hast kleine Kinder, ist es ratsam einen dauerhaften Schutz einzurichten. 

Flohbekämpfung:

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Flohkamm

Dieser hilft, die lebenden Tierchen aus dem Fell zu holen. Auch Kot wird so rausgeholt und kann überprüft werden.

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Vernebler

Dieser Vernebler "räuchert" die Flöhe aus. Es ist ein Umgebungsspray mit Langzeitwirkung und wird mittig im Raum aufgestellt. Nach der Aktivierung verteilt sich der Inhalt selbstständig im Raum.

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Spot-On

Eines der Präparate, die am Verträglichsten eingestuft werden. Sie sind für jede Gewichtsklasse zu bekommen. Der Befall von Flöhen wird bekämpft und neuer Befall verhindert.