Einen Hund trocknen

Eine der unbeliebtesten Aufgaben eines Hundes ist, sich föhnen zu lassen. Wobei man viele Hunde auch an der Luft trocknen kann. Doch wie bekommt man es hin, dass trotz des Lärms und des Luftstrahls der Hund einigermaßen entspannt daraus geht?

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An der Luft trocknen oder föhnen?

Nach dem Baden muss der Hund trocknen. Ob ein Hund an der Luft trocknen kann oder geföhnt werden muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Du musst immer beachten, dass ein regennasser Hund, nicht zu vergleichen ist, mit einem gewaschenen Hund. Die Fellschichten sorgen normalerweise dafür, dass das Fell nicht bis auf die Haut durchnässt wird. Anders ist es nach dem Waschen, wo das Wasser ja gezielt alle Fellschichten bis zur Haut durchdringen soll. Würde man einen gewaschenen Hund im Winter Gassi führen, kann man davon ausgehen das er friert und vielleicht auch krank wird. Im Sommer kann ein Hund bei milden bis warme Temperaturen an der Luft trocknen. Einige Hundesalons bieten im Sommer waschen ohne föhnen an. Diese Option gibt es aber nicht im Winter. 

Dann musst du noch beachten, wie dicht das Fell ist. Vor allem wenn viel Unterwolle vorhanden ist, lässt das an der Luft trocknen die Unterwolle verdichten. Dadurch kommt weniger Luft an die Haut und sie wird anfälliger für Infektionen. Ein kurzhaariger Schäferhund, ein Yorkshire Terrier oder ein Boxer können bedenkenlos im Sommer an der Luft trocknen. Ein Altdeutscher Schäferhund und ein Langhaarcollie, sollten dagegen eher geföhnt werden. Nicht nur wegen der Verdichtung der unterwolle, sondern auch, weil ein langer Trocknungsprozess die Bildung von Bakterien fördert. Und ein Hund mit dichter Unterwolle kann bis zu zwei Tage brauchen, bis er durch und durch trocken ist.

 

Vorbereitung

Doch bevor der Föhn angestellt wird, brauchst du einen geeigneten Platz für diese Arbeit. Im Salon bietet sich der Schertisch an. Der Schertisch oder auch ein glatter Boden, sollten mit einem Handtuch ausgelegt werden, um ein Rutschen zu vermeiden. 

Dann sollte der Hund gründlich mit einem Handtuch abgetrocknet werden. Hier eignen sich besonders High-Absorbent-Tücher. Opfere lieber ein Handtuch mehr, denn es spart einiges an Zeit. Wichtig ist, dass du das Fell nicht rubbelst. Walke das Fell vorsichtig durch. Drücke das Handtuch einfach immer wieder ans Fell. Wenn du rubbelst, arbeitest du Knoten in das Fell. 

Zunächst solltest du darauf achten, dass Föhn und Bürsten griffbereit liegen. Außerdem darf nichts im Föhnwind liegen. Gerade Blaster in einem Hundesalon haben unglaubliche Kraft und eine Hundeschere oder auch eine Schermaschine ist schnell vom Tisch geföhnt.

Danach solltest du sicherstellen, dass der Hund fixiert ist. Hunde erschrecken sich schnell, wenn der Föhn angestellt wird. Daher sollte auf die Sicherheit geachtet werden. Einmal durch Halsband und Leine und, wenn möglich, durch einen (gepolsterten) Bauchgurt, der verhindert, dass der Hund mit dem Hinterteil vom Tisch hüpft. 

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Mit der linken Hand wird der Bauchgurt festgehalten, mit der rechten geföhnt.

Angst

Immer wieder kommt es vor, dass sich Hunde beim Anstellen eines Föhns erschrecken. Daher sollten hier einige Regeln beachtet werden, um den Stresslevel nicht unnötig in die Höhe schnellen zu lassen. 

Es kann sinnvoll sein Watte in die Ohren zu machen, falls das noch nicht beim Baden geschehen ist. Dazu kann auch ein Stirnband, dass über die Ohren gezogen wird, Stress reduzieren, da der Lärmpegel gedämpft wird. 

Vor dem Einschalten sollte darauf geachtet werden, dass die leiseste Einstellung aktiviert wird und der Föhn nicht gleich volle Power gibt. Bei einem Standföhn mit festem Gebläseaufsatz stehen beide Hände zur Verfügung. Eine Hand sollte dabei immer am Hund sein. Wenn der Hund auf einem Schertisch steht und einen Bauchgurt trägt, ist es am Sinnvollsten diesen oberhalb des Rückens locker zu umgreifen. So kann einem erschreckten Sprung entgegengewirkt werden. Die andere Hand kann dann eine Bürste benutzen, um das Fell von Partie zu Partie zu bürsten, während der Föhn darauf zuhält. Wird dagegen ein Handföhn verwendet oder ein flexibler Schlauchaufsatz ohne Fixierung an einer Klammer, muss auf die Bürste verzichtet werden. 

Der Föhn sollte beim Einschalten nicht auf den Hund gehalten werden. Das Geräusch selbst ist bereits einen Schrecken wert und noch mehr, wenn das Gebläse zu spüren ist. Halte also den Föhn zunächst weg vom Körper und achte darauf, wie der Hund reagiert. Erschrickt er und ist danach wieder beruhigt? Dann kann es vorsichtig losgehen. Ist der Hund jedoch unruhig und versucht zu fliehen, warte, bis er sich an das Geräusch gewöhnt hat. Dann geh mit dem Föhn mit größtmöglichem Abstand, ohne den Hund loszulassen, auf Pfoten oder Hose. Warte auch hier wieder bis der Hund sich beruhigt hat und arbeite dich dann nach und nach vor. Auch die Stärke des Föhns kann vorsichtig aufgedreht werden. 

Es ist in Ordnung den Hund mit dem Föhn zu konfrontieren. Nur so kann er seine Angst überwinden, durch Desensibilisierung. Achte aber unbedingt auf den Zustand des Hundes. Ein wichtiger Indikator wieviel Stress dem Hund zuzumuten ist, ist die Zunge. Sollte diese eine leichte lila-blaue Schattierung annehmen, muss der Stress unbedingt reduziert werden. Es bedeutet, dass eine Unterversorgung mit Sauerstoff droht. Es kann notwendig sein den Föhn durchgehend auf kleinster Stufe zu verwenden und zwei oder drei kleine Pausen zu machen. 

Dennoch keine Angst, so schnell kippt ein Hund nicht um und die meisten Hunde gewöhnen sich ans Föhnen. Somit wird jedes Föhnen entspannter.

 

Föhnen

Egal ob der Hund schreckhaft ist, oder nicht. Keinesfalls sollte der Föhn beim Einschalten bereits auf den Körper des Hundes gerichtet sein! 

Idealerweise arbeitest du dich von einem Abschnitt zum nächsten. Föhne dabei gerne gegen den Strich. Vor allem bei dichtem Fell mit viel Unterwolle verkürzt es die Föhnzeit und arbeitet die Unterwolle besser raus. Achte im Genitalbereich und an den Ohren darauf, nicht in die Körperöffnungen zu föhnen. Außerdem ist es wichtig auf die Temperatur zu achten. Föhne lieber etwas kälter als warm. Denn wenn du mit Halten des Hundes und des Föhns beschäftigt bist, kannst du die Temperatur des Trockners nicht überprüfen und viele Haartrockner werden mit der Nutzungsdauer wärmer. Es kann sonst sein, dass die Haut des Hundes verbrennt oder er überhitzt. Das ist vor allem bei kurzschnäuzigen Rassen zu berücksichtigen. 

Das Gesicht sollte mit einem sanften Handföhn geföhnt werden. Oder, wenn danach nicht im Gesicht frisiert werden muss, das Gesicht einfach feucht lassen. Es sollte auch darauf geachtet werden, nicht in die Augen zu föhnen, damit kein Zug entsteht. Wenn die geringste Stufe des Föhns immer noch zu kräftig ist, dann vergrößere den Abstand zwischen Föhn und Gesicht, dadurch wird die Luft breiter gestreut und verliert punktuell an Kraft.

Gerade bei günstigen Föhnen solltest du auf die Wärme des Gerätes achten. Es kommt immer wieder vor, dass sie Überhitzen. Um das zu vermeiden kann eine Pause notwendig sein. Auf jeden Fall musst du darauf achten, dass der Bereich, in dem die Luft eingesogen wird, nicht von Haaren verstopft wird. 

 

Hinweis: Bei Hunden mit Unterwolle fliegt das Fell durch die Luft. Eine Maske und eine eventuell eine Schutzbrille verhindern, dass das Fell eingeatmet wird und in die Augen gelangt. Außerdem wird der gesamte Raum mit Hundehaaren bedeckt sein.