Das Fell

Das Fell schützt den Hund vor äußeren Einflüssen. Elemente, physische Verletzungen, Kälte, UV-Licht, schädliche Chemikalien und Hitze werden durch das Fell abgeschirmt. Natürlicher Verschleiß raut das Haar auf und lässt es Schaden nehmen. Daher wird es immer wieder durch neues Haar ersetzt. Das ist ein ständiger Prozess, dem das Fell unterliegt.
In der Geschichte der letzten Jahrtausende haben wir das Fell des Hundes nach unseren Vorstellungen geformt. Wir haben Hunde mit den von uns gewünschten Eigenschaften selektiert und gezielt gepaart, um diese Eigenschaften zu erhalten oder weiter auszuprägen.

Es gibt zwei Hauptarten von Fell: Die Unterwolle und das Deckhaar.

Labrador retriever braun choco schokolade chocolate fell farbe

Das Fell des Labrador zählt zum weichen Fell

dackel welpe rauhaardackel teckel fell

Rauhaardackel haben rauhaariges Fell, das gezupft werden muss

afghanischer windhund seidiges fell braun gold

Seidiges Fell findet man unter anderem beim Afghanischen Windhund

bichon frisé welpe weiß hund

Bichon Frisé haben lockiges Fell, genau wie Pudel

Felltypen

Einige Rassen besitzen nur Deckhaar, ohne Unterwolle. Die meisten Rassen verfügen jedoch über ein Doppelfell, bestehend aus Unterwolle und Deckhaar. Die Unterwolle ist hierbei immer weich und flauschig und variiert nur in Länge und Dicke. Das Deckhaar tritt in wesentlich mehr Formen auf.
Bevor du also das Fell frisierst, solltest du dir einen Eindruck vom Fell und seinen Eigenschaften machen. Denn die Eigenschaften und Struktur des Fells bestimmt die Möglichkeiten das Fell zu bearbeiten und damit unsere Arbeit. Wird das Fell falsch behandelt kann es Schaden nehmen oder die Haut mit Irritationen reagieren.

Wir unterteilen das Fell in einzelne Kategorien.

Weiches Fell 

findet sich, unter anderem, beim Labrador Retriever und anderen kurzhaarigen Rassen. Das Haar ist glatt, weich und hat nur wenig Unterwolle. Die Pflege ist hier fast täglich notwendig, da das Fell ganzjährig ausfällt. Schneiden oder frisieren ist hier nicht notwendig. Es kann sein das du gebeten wirst solch ein Fell zu scheren, um das Haaren zu verhindern. Jedoch wird das Fell lediglich gekürzt und es fällt genauso aus wie vorher, nur kürzer. Beschädigtes Fell wird vom Körper auch schneller abgestoßen, wodurch der Fellwechsel angeregt wird. Ein weiterer wichtiger Punkt, der dagegenspricht, solche Felltypen zu scheren, ist die Schutzfunktion des Fells. Wird das Fell großflächig gestutzt, kann es nicht mehr abweisend gegenüber den Elementen wirken. Wasser, Wind, Sonne, Hitze und Kälte können ungehindert auf den Körper des Hundes einwirken. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Hat der Hund massive Probleme mit der Haut, kann auf Anraten des Tierarztes ein Scheren des Fells notwendig und sinnvoll sein. Hier muss man die Vor- und Nachteile gegenüber abwiegen. Oftmals sind solche Behandlungen auch nur temporär notwendig.

 

Drahthaarige Hunde 

haben oft kurzes Unterfell und hartes, drahtiges Deckhaar. Vergleicht man das neue, kurze Haar, mit dem alten, langen, wirst du ganz unterschiedliche Strukturen erkennen. Das neue Fell befindet sich in der canagenen Phase und ist damit mitten im Wachstumsprozess. Das lange Haar ist, je nach Rasse, ausgeblichen und stumpf, manchmal aber auch härter und steifer als das neue Haar. Es hat die Wachstumsphase hinter sich und hängt lose im Follikel fest. Es handelt sich hierbei um Trimmfell, welches gezupft werden muss. Drahthaar ist sehr schmutzabweisend und reinigt sich selbst. Daher müssen drahthaarige Rassen seltener bis gar nicht gewaschen werden.

 

Seidiges Fell 

findet sich unter anderem beim Yorkshire Terrier und beim Afghanischen Windhund. Das Haar ist glatt, seidig und fällt bei vielen Trägern elegant und in langen Strähnen geschmeidig über den Rücken.

Rassen mit diesem Felltyp haben nur sehr wenig Unterwolle, nahezu keine. Seidiges Fell ist wasserabweisend und je nach Dichte kann es den Hund ideal vor den Elementen schützen. Auch Spaniel und Saluki fallen unter diesen Felltyp, ebenso wie der Alaskan Malamut. Der Malamut hat kurzes Deckhaar und dichte Unterwolle, in seiner Struktur entspricht es dem seidigen Fell. Deckhaar und Unterwolle haben ungefähr dieselbe Länge und stehen in einem Winkel, der es Wind unmöglich macht, bis zur Haut vorzudringen. Er ist damit perfekt für eisige Temperaturen gerüstet.

Das wollige Fell

ist eigentlich ein Doppelfell, doch auf Grund der Struktur des Deckhaares sind die beiden nicht auseinanderzuhalten. Wolliges Fell findet sich zum Beispiel bei Pudeln und Bichon Frisé. Gewaschen, aufgeföhnt und aufgekämmt lässt es sich wunderbar frisieren und stylen. Lässt man das Fell wachsen drehen sich kleine Kordeln aus den Strähnen. Dieser Felltyp ist sehr schnell im Fellwachstum. Du wirst feststellen, dass das Intervall für den Friseurtermin 2-4 Wochen kürzer ist, als bei einem Hund mit seidigem Fell.  Die Dichte und die verschiedenen Wachstumsrichtungen dichten das Fell komplett ab. Selbst mit gekürztem Fell bedeutet es nicht, dass dem Hund kalt wird.

Wie du siehst, ist es sehr wichtig das Fell unterscheiden zu können. Wenn du das kannst, kannst du selbstständig entscheiden, welche Behandlungsmethoden nötig sind und wann und wie das Fell gewaschen und geföhnt wird.