Angst beim Hund

Egal ob Geräusche wie Quietschen und Knallen, das Feuerwerk an Silvester, die eigene Leine, Regen, Verkehr, Staubsauger oder Jogger. Die Möglichkeiten wovor ein Hund Angst haben kann ist schier endlos. Selbst ein Bodenbelag wie Laminat kann in einem Hund Angst und Panik hervorrufen. Doch niemand möchte seinen geliebten Vierbeiner in ständiger Angst sehen. Ein Leben frei von Schrecken, Angst und Panik ist nicht nur für die Fellnase erstrebenswert, sondern auch für ein stressfreies Zusammenleben mit dem Zweibeiner. Doch woher kommen Ängste? Wie erkennt und behandelt man sie? 

Was tun bei Angst? Hund hat Angst
Hund hat Angst, wie beruhigen?

Wovor haben Hunde Angst?

Wann genau hat dein Hund diese Angst entwickelt? Welche Situation, welches Geschehen ist ursächlich für den Stress? Wenn du weißt, weshalb dein Hund Angst hat, hast du einen wichtigen Baustein für die Behandlung deines Vierbeiners. Doch nicht immer kann man die Ursache benennen. Du brauchst keine Sorge zu haben, die Ursachenforschung ist nur ein Teil und auch wenn er fehlt, können die Ängste deines Hundes behandelt werden. Viel wichtiger als die Ursache ist nämlich herauszufinden, wovor dein Hund alles Angst hat und welche Art von Angst der Trigger auslöst. 

Schauen wir zunächst, worauf dein Hund mit Angst reagieren kann:

Ganz oben auf der Hitliste stehen Geräusche wie Feuerwerk, Polizeisirenen und Gewitter. Aber auch harmlosere, sanftere Geräusche können Auslöser sein. Angst vor Geräusche lassen sich glücklicherweise recht gut behandeln. 

Gegenstände sind ebenfalls ein oft benannter Angstgrund. Staubsauger, Fahrzeuge, Kinderspielzeug, ja selbst die Leine kann in einem Hund panische Angst hervorrufen. 

Trennungsangst oder auch Trennungsstress lassen einen Hund in einer Dauerstressschleife verharren. 

Andere Tiere und Menschen sind auch ein Angstlauslöser. Manche Hunde haben vor anderen Lebewesen, manchmal pauschal, manchmal selektiert auf einzelne Arten, eine Heidenangst. 

Und manchmal sind es Orte und Fortbewegungsvarianten, vor denen ein Hund Angst hat. Fahrstühle, Autos und Rolltreppen, sowie glatte oder spiegelnde Untergründe Bodenbeläge rangieren hier ganz weit vorne.

Sobald du weißt, wie du Angst erkennst empfiehlt es sich alles aufzuschreiben, wann auch immer dein Hund Angst zeigt. Wovor, wie stark und auch, wie er darauf reagiert. Das hilft bei der Behandlung und auch dabei sich einen Überblick zu verschaffen. 

 

Wie zeigt ein Hund Angst?

Es gibt verschiedene Arten von Angst. Das kennst du sicherlich auch von dir. Manche Dinge verursachen nur ein mulmiges Gefühl, andere lassen dich nervös werden und wieder andere Auslöser lassen dich die Beine in die Hand nehmen. Bei Hunden ist es nicht anders. Je nach Ausprägung und Art der Angst kann es mehr oder weniger wichtig sie zu behandeln. 

Vorsicht

Gerade neue Situationen und Umstände müssen erst einmal sorgsam analysiert werden. Eine gesunde Portion Vorsicht ist hier angebracht. Sie sorgt dafür, dass der Hund sich nicht selbst in Gefahr bringt. Diese Form der Angst kann man auch als natürliche Skepsis bezeichnen. Sie ist wichtig und so mancher Stürmer könnte eine Portion davon gebrauchen. Hier ist auf jeden Fall keine Behandlung notwendig. 

Stress

Sicherlich bedeuten alle Arten von Angst Stress für den Hund, aber Stress selbst ist ein so schwerwiegendes Symptom, dass es immer isoliert betrachtet werden sollte. Dauerstress kann nämlich zu anderen Krankheiten führen.

Schreck

Sich zu erschrecken ist erstmal nichts Schlimmes. Jeder erschrickt mal, auch ein Hund. Und wenn die Situation als ungefährlich kategorisiert wird, hat es sich damit auch erledigt. Der Hund entspannt wieder und alles geht seinen Gang. Erschrickt ein Hund jedoch ständig und bei vielen verschiedenen Situationen, sollte auch diese Form der Angst behandelt werden. 

Furcht

Angesichts einer Bedrohung oder Gefahr empfindet man Furcht. Auch Hunde verspüren Furcht. Mag die Bedrohung oder Gefahr noch so unberechtigt sein, Furcht ist nicht rational. 

Panik

Im Panikmodus ist der Hund unerreichbar. Sein Kopf ist derart mit der von ihm als bedrohlich eingestuften Situation beschäftigt, dass kein Rufen und kein Schreien ihn erreicht. Panik zeigt sich in vollkommen kopflosen Verhalten, wie weglaufen und um sich beißen. 

 

Woher kommt Angst?

Angst kann unterschiedlich begründet sein. Zum einen kann die Angst in der DNA verankert sein, zum anderen aber auch an seinen Erfahrungen liegen. Auch das Alter kann eine Rolle in der Entwicklung von Ängsten spielen.

Die Rasse

Betrachtet man die Entwicklung der Rassen und für welche Aufgabe einige Hunderassen gezüchtet wurden, erkennt man schnell, das zur Angst auch ein gewisser Anteil der Genetik beitragen kann. Terrier haben weniger Angst. Sie gelten nicht umsonst als unerschrocken und mutig. Wachhunde wie der Berner Sennenhund benötigen dagegen eine gesunde Portion Angst. Denn nur so bleiben sie wachsam, ordnen Unbekanntes als Bedrohung ein und schlagen Alarm. Trotz dessen gibt es auch ängstliche Jack Russel Terrier und Hovawart, die scheinbar nichts mit Skepsis betrachtet. Denn die DNA macht nur einen Teil des Charakters und der Furchtsamkeit aus. 

Die Sozialisierung

Es ist keine einfache Frage, wann ein Welpe vom Muttertier getrennt werden kann. Der Gesetzgeber sagt mit der 8. Lebenswoche. Andere sagen, mit 10 oder 12 Wochen und wieder andere hätten ihren Hund am liebsten mit bereits 6 Wochen zu Hause. Die Phase der Sozialisierung ist der wichtigste Abschnitt, im Leben eines Hundes. Doch was gerne vergessen wird, auch das Muttertier sozialisiert ihr Baby. Wächst der Welpe bei einem Züchter auf, der viel Wert auf das Muttertier als Vorbild legt, kann es durchaus sinnvoll sein den Welpen noch ein oder zwei Wochen bei der Mutter zu lassen. Insgesamt läuft die Sozialisierungsphase, auch Prägephase genannt, bis etwa zur 16. Woche. Sobald der Familienzuwachs ins Haus kommt, sollte viel Zeit für den Kleinen bereitstehen. Je mehr ein Welpe in dieser Phase seines Lebens kennenlernt, desto souveräner geht er im späteren Leben mit neuen Situationen um. Er lernt bereits als Welpe, dass Neues lediglich sorgsam betrachtet werden sollte, aber Angst unnötig ist. Sei ein gutes Vorbild! Dein Hund vertraut auf dich und bezieht in seiner Einstufung der Bedrohung auch dein Verhalten mit ein. Sieht dein Hund, dass du keine Angst hast, wird auch er entspannter an die Situation herangehen. 

Bekommt dein Hund also wenig in der entscheidenden Phase seines Lebens zu sehen, lernt er nicht mit Unbekanntem umzugehen. Ebenso können aber auch schlechte Erfahrungen zu Ängsten führen. Denn in der Sozialisierungsphase ist der Welpe sowohl für positive als auch für negative Erfahrungen empfänglich. 

Das bedeutet, schlechte Erfahrungen müssen umgehend revidiert werden. Wie sagt man so schön: fällt man vom Pferd, muss man wieder in den Sattel steigen. Das gilt auch für Hunde. 

Ein besonders oft gemachter Fehler ist die falsche Bestärkung. Menschen verwenden gerne menschliche Psychologie und Erziehungsmethoden für Hunde. Es ist ja auch eine Tatsache, dass ein Lolly bei einem Kind, eine schlechte Situation besser machen kann. Aber ein Hund denkt anders. Für ihn ist es eine Belohnung, keine Bestechung oder ein mildernder Aspekt. Hat dein Hund Angst, ist das schlimmste was du machen kannst ihn mit Leckerlis oder Streicheleinheiten zu belohnen. Dein Hund nimmt es so auf: Ich habe Angst und weiche zurück. Und mein Rudelführer gibt mir eine Belohnung. Dann mache ich wohl alles richtig. 

Das heißt nicht, dass du deinen Hund ignorieren sollst. Dein Hund braucht ein Vorbild, jemanden, der ihm Selbstbewusstsein gibt und dem er vertrauen kann. Bestärke ihn nicht in seiner Angst, sondern zeige ihm wie es richtig geht! Lerne das Verhalten deines Hundes zu lesen!

Sozialisierung findet auch zwischen Hunden statt. Sind zwei Hunde in einem Haushalt oder treffen sich regelmäßig, kann ein Blick auf die Beziehung zwischen ihnen nicht schaden. Manchmal orientieren sich Hunde nämlich an einem hündischen Vorbild, das selbst soziale Defizite aufweist. Somit wird Angst von einem anderen Hund erlernt.

Das Alter

Hunde können ihr Leben lang souverän und sozial kompetent sein und von einem Tag auf den anderen sind sie es nicht mehr. Zumindest kommt es uns so vor. Doch in der Regel ist es ein schleichender Prozess, wenn nicht gerade Lebensverändernde Einschnitte wie ein Unfall geschehen sind.

So seltsam es auch klingt, aber Schmerzen sind im Alter ein häufiger Grund für Angst. Der Hund hat Angst vor den Schmerzen. Treppen sind hier ein gutes Beispiel. Das Besteigen oder Herunterlaufen der Treppe im Haus verursacht Schmerzen. Die Gelenke sind halt alt und vielleicht liegt auch eine Verknöcherung in der Wirbelsäule vor. Egal. Fakt ist, die Treppe zu betreten verursacht Schmerzen. Demnach wird die Treppe negativ assoziiert und führt zu Stress oder auch Furcht. 

Doch auch andere Erkrankungen, die nicht unmittelbar Schmerz auslösen, können die Ursache für Angst sein. Oft ist die Schilddrüse schuld. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann ein Angstauslöser sein. Ebenso diverse Erkrankungen des Nervensystems wie Epilepsie und Borreliose oder auch Tumore im Gehirn. Wird ein Hund blind oder taub führt das in der Regel zu erhöhter Schreckhaftigkeit. Aber auch durch Unsicherheit begründete Angst kann die Folge sein. In der Regel empfiehlt es sich mit einem alternden Hund ein oder zweimal im Jahr beim Tierarzt einen Check machen zu lassen, spätestens jedoch, wenn dein vorher unerschrockener, gelassener Hund plötzlich Ängste entwickelt.

Feuerwerk und Knaller an Silvester können Angst und Panik beim Hund auslösen
Alte Hunde sind besonders Anfällig für Angst und Panik

Verhalten bei Angst

Egal ob ein Hund an sich ängstlich ist, oder nur bei einer bestimmten Sache furchtsam ist, die Reaktion kann in drei unterschiedlichen kommen. Erstarren, Flucht und Angriff. Kein dieser drei Reaktionen sind angemessen, wenn nicht wirklich und tatsächlich eine Gefahr besteht. Daneben gibt es noch die Reaktion auf Dauerstress.

Erstarren

Diese Reaktion bringt den Hund nicht aus der schwierigen Situation heraus. Er verharrt im Geschehen und kann nicht mehr agieren. Wie festgefroren, unfähig sich zu bewegen steht der Hund in geduckter Haltung da. Das Gute ist: Er ist noch da. Das Schlechte: Man dringt nur schwer durch.

Flucht

Eine fatale Reaktion auf Angst, ist die Flucht. Nicht nur, dass der Hund Gefahr läuft in einen Unfall verwickelt zu werden, auch die positiven Nachwirkungen müssen berücksichtigt werden. Denn was passiert, sobald der Hund geflüchtet ist? Was empfindet er? Richtig, Erleichterung. Und diese Erleichterung ist eine positive Empfindung. Flucht und die unmittelbare Erleichterung sorgen also für folgende Verknüpfung: Flucht ist gut. 

Dadurch wird Flucht nicht nur zur wiederkehrenden Reaktion auf unangenehme Situationen, sondern die Angst vor dem Auslöser steigt noch. 

Angriff

Geht ein Hund auf den Trigger los und versucht ihn zu beißen, ist das ganz klar ein Angriff. Doch bereits vorher gibt es Formen des Angriffes, die wir als Menschen nicht so werten würden, die es aber in der Hundepsychologie sind. Dazu gehört das Bellen, ein verbaler Angriff auf das Objekt der Angst, doch auch ein Schritt nach vorne kann unter die Kategorie Angriff fallen. Man könnte sagen, alle aus Angst resultierende Reaktion die „nach vorne“ geht, zählt zum Angriff. Sie ist mit die gefährlichste Form, weil hier auch andere oft in Mitleidenschaft gezogen werden. Und je öfter diese Bewältigungsstrategie Erfolg hat, desto rigoroser und schneller wird sie angewandt. 

Dauerstress

Anhaltender, permanenter Stress kann, wie beim Menschen, zu gesundheitlichen Problemen führen. Magengeschwüre sind nur eine Krankheit, die auftreten kann. Die Symptome sind vielfältig. Erbrechen, Durchfall, Wundlecken, zwanghaftes Hin- und Hergehen und die Jagd nach imaginären Fliegen sind nur einige Beispiele. 

Bevor hier durch Training behandelt wird, sollte auf jeden Fall bei einem Tierarzt abgeklärt werden, ob es wirklich keine körperlichen Ursachen für dieses Verhalten gibt. 

 

Vertrauen als Basis

Mensch und Hund bilden ein Rudel. Zumindest sollte es so sein, und du als Mensch, solltest der Rudelführer sein. Auch wenn du sonst anti-autoritär eingestellt bist, Hunde im allgemeinen und ängstliche Hunde im Besonderen, benötigen ein Vorbild, jemanden, der sie anleitet und auf den sie sich verlassen können. Trost ist nicht der richtige Weg, sondern Vertrauen. Und Sicherheit. Beides greift Hand in Hand. Vertraut dein Hund dir, dann ist er sich sicher, dass auf dich und dein Urteil verlass ist. 

Hunde sind empathische Wesen. Du als Vorbild bist der Kompass. Du hast es in der Hand deinem Hund mit Souveränität, Selbstsicherheit, angemessener Vorsicht und Weitsichtigkeit zur Seite zu stehen und ihm ein Anker zu sein. Ein Fels in der Brandung, auf den er bauen kann. Das wiederum bedeutet aber auch, dass alle negativen Empfindungen genauso wahrgenommen werden. Sowohl an Stimme, Körpersprache und durch den Geruch erkennt dein Hund deine Gefühle. Unsicherheit, Stress, Angst, Gereiztheit mangelnde Motivation, all das kann dein Hund wahrnehmen. Dann wirst du zum negativen Kompass, und ihr lauft gemeinsam in die falsche Richtung. 

Ein kontrolliertes Umfeld

Leider wird bei ängstlichen und gestressten Hunden oft falsch reagiert. Man belohnt sie durch deplatzierte Belohnungen. Ein weiteres, unangemessenes Mittel ist falsche Rücksichtnahme. Aus Angst den Hund noch mehr zu stressen lässt man ihnen weit mehr durchgehen, als man es normalerweise täte. Aber genau das ist falsch. Ein Hund braucht klare Regeln. Regeln geben Sicherheit. Das bedeutet natürlich nicht, dass du die Bedürfnisse deines Hundes ignorieren sollst. Wenn er dringend raus muss nützt es nichts, wenn du darauf bestehst wie jeden Tag erst in einer Stunde vor die Tür zu gehen. 

Was braucht ein entspanntes, stressreduziertes Umfeld?


  • Regeln: Eine Hausordnung ist das A und O. Ein unsicherer Hund baut auf Verlässlichkeit.
  • Kontrolle: Du bist der Rudelführer! Du bist also auch derjenige, der die Verantwortung und die Kontrolle über die Situation hat. Du musst vorausschauend denken!
  • Wem gehört was: Dir gehört das Futter, das Spielzeug, das Sofa und der Keks auf dem Tisch. Und alles andere auch. Du signalisierst deinem Hund wann er was haben darf. An dir hochspringen oder dir zu verweigern das Futter wieder an dich zu nehmen ist inakzeptabel. Es bedeutet Stress und der muss vermieden werden.
  • Liegeplatz: Immer erreichbar und ein Ort, der wie ein sicherer Hafen ist. Das Hundebett darf niemals negativ behaftet sein. Er sollte so gelegen sein, dass dein Hund am Geschehen teilhaben kann, aber nicht verleitet wird, den Raum zu bewachen. 
  • Körperkontakt: Dein Hund sollte sich von dir überall und zu jederzeit anfassen lassen. Dazu gehört nicht nur das Kuscheln, sondern auch zwischen den Pfotenballen, an den Ohren, die Rute und überhaupt überall. Das schafft Vertrauen und reduziert Stress, sondern es fällt auch eher auf, wenn Krankheiten auftauchen. 
  • Begrüßung: Zuerst kommt der Mensch, dann der Hund. Auch wenn deine Gäste gerne sofort deinen Vierbeiner begrüßen möchten, bevor dein Hund sich nicht beruhigt hat, gibt es keine Aufmerksamkeit. Hier kann sehr viel Stress eingespart werden. 
  • Spielen: Du bestimmst, wann und wo gespielt wird und wann das Spiel beendet wird. Das heißt nicht, dass du mit deinem Hund nicht spielen sollst. Aber Aufforderungen jeder Art, auch das stumme Sitzen vor dem Spielzeug, darf nicht der Beginn sein. Warte ab, bis dein Hund sich anderem widmet und überrasche ihn dann.
  • Ruhe: Alles wird in Ruhe gemacht. Hektik, Anspringen, Jaulen und dergleichen solltest du unterbinden. Sie sind ebenfalls Stress und damit auf der roten Liste der Stresser. 
  • Vorbild sein: Dein Hund orientiert sich an dir. Alles was bei dir Unruhe, Unsicherheit und Stress auslöst, überträgt sich auf ihn. Kontrolliere dich selbst. Sei ein gelassenes und entspanntes Vorbild, das die nötige Achtsamkeit und Vorsicht ausstrahlt und doch alles unter Kontrolle hat.
  • Entspannung: Bestes Beispiel ist hier die Leine, sie muss locker sein. Zug auf der Leine vermittelt Stress und Anspannung. 
Im Training kann Angst abtrainiert werden. Ein selbstbewusster Hund durch Geduld und Regeln

Training

In den meisten Fällen kommst du um einen Trainer nicht herum. Angst liegt oft nicht nur im Hund. Gerade, wenn die Angst schon länger Bestandteil eures Lebens ist, kann sie sich auch in dir manifestiert haben. Nicht in eigener Angst, sondern in Vermeidung von Situationen die Angst auslösen, Verhaltensänderungen und Unsicherheit. Daher kann eine dritte, geschulte Person genau das sein, was du und dein Vierbeiner brauchen. 
Bei leichteren, erst kurzzeitig auftretenden Ängsten kannst du selbst es versuchen. Achte aber darauf, dass du auch wirklich der Fels in der Brandung bist. 

  • Geräusche: Hier hilft Desensibilisierung. Diese Trainingsmethode eignet sich besonders gut. Ein kontrolliertes Verursachen der Geräusche hilft. Übertreibe es aber nicht! Ein paar Minuten Training am Tag sind genug. 
  • Fahrzeuge: Hat dein Hund Angst vor bestimmten Fahrzeugen, vor dem Autofahren an sich oder anderen Objekten, dann hilft es sich Stück für Stück vorzuarbeiten. Hat dein Hund Angst vor dem Autofahren, dann setze ihn einfach nur rein. Verbringe täglich ein paar Minuten Zeit mit deinem Hund im Auto, ohne zu fahren. Sobald das Stressfrei passiert, kannst du den Motor anlassen. Und wenn das auch keinen Stress mehr verursacht, dann fährst du das erste Mal um den Block. 
  • Andere Tiere: Erfahrung und Desensibilisierung sind die Stichworte. Hilfreich kann eine Spaziergruppe sein oder auch regelmäßige Treffen mit besonders verträglichen Hunden, bis eine gewisse Grundsicherheit bei deinem Hund herrscht. Dann kannst du auch mit weniger verlässlichen Hunden arbeiten. 
  • Menschen: Auch hier helfen Erfahrung und Desensibilisierung am besten. Verabrede dich mit, deinem Hund nicht so vertrauten, Personen und inszeniert die Trigger. Etwa ein geöffneter Regenschirm, Kinder (Hier von älteren Kindern zu immer jünger werdenden vorarbeiten) oder die Türklingel.
  • Menschenmengen: Grundlegend sollten große Menschenmengen vermieden werden. Sie bedeuten auch für einen souveränen Hund Stress und das muss nicht sein. Trotzdem sollte dein Hund nicht gleich in Panik abhauen, wenn er doch mal auf mehrere Menschen trifft. Konfrontiere ihn mit anderen Menschen in unterschiedlicher Zahl. Aber nur kurz. 10 Minuten, am nächsten Tag 15 Minuten, nächste Woche dann irgendwann 30 Minuten. 
  • Bodenbeläge: Der neue glänzende Laminatboden kann schon Angst auslösen. Hilf deinem Hund. Auch wenn du eigentlich keinen Teppich auslegen wolltest, lege für einige Tage einen hin, am besten mehrere Kleine, die zunächst eine durchgehende Fläche ergeben. Entferne nach und nach einzelne Teppiche, sodass dein Vierbeiner hier und da wenigstens einen Fuß auf den unbekannten Boden setzen muss, um von einer Teppichinsel zur nächsten zu gelangen. 


  • Wichtig: Trainiere niemals, wenn du gerade selbst nicht im Gleichgewicht bist. Setze lieber einen Tag aus, als dass du gestresst, krank oder genervt versuchen willst, deinem Hund Ruhe und Gelassenheit beizubringen

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Homöopathie zur Unterstützung

Homöopathie ist ein oft verwendetes Mittel, das begleitend zum Training eingesetzt wird. Homöopathische Mittel sind jedoch niemals ein Ersatz für Training! Und keine Sorge, mit Bachblüten setzt du deinen Hund nicht unter Drogen. Die Wirkung ist leicht und wirkt nicht berauschend oder realitätsverzerrend. Bachblüten in Form von Tropfen oder Globuli verabreicht machen deinen Hund zugänglicher für Trainingsmethoden. Sie entstressen und wirken unterstützend. Auch dir kann es helfen ein entspannterer Hundehalter zu werden. Bachblüten sind in Apotheken ohne Rezept zu bekommen. In der Apotheke wirst du auch hinsichtlich Anwendung und Wirkung nochmal beraten. Auch ein auf Homöopathie spezialisierter Tierarzt kann dir mit Rat zur Seite stehen und dir im Kampf gegen Angst bei deinem Hund helfen. 
 

Fazit

Du siehst, das wichtigste ist, die Situationen nicht zu meiden, sondern ihnen kontrolliert zu begegnen. Es sind die gemeinsamen Erfahrungen, die euch beide, dich und deine Fellnase, zu beiderseitigem Vertrauen bringen und euch zu einem souveränen Gespann machen. Ein Leben frei von Angst, Panik und Stress, ist für Zwei- und Vierbeiner mehr als erstrebenswert. Und ihr beide verdient ein entspanntes Leben. Auch wenn es bedeutet manchmal streng zu sein, sich seiner Angst zu stellen. Das ist es wert!
Und was du niemals verlieren solltest: Die Geduld! Alles braucht seine Zeit und nichts kann erzwungen werden. Setze euch realistische Ziele und freue dich, wenn ihr doch schneller vorankommt. 

Passende Literatur:

Der ängstliche HUnd von Nicole Wilde - Buch Angst, Stress, Panik

Der ängstliche Hund

Es ist eines von zwei Büchern, dass ich zu diesem Thema empfehlen kann. Nicole Wilde beschreibt verständlich und anschaulich wie man seinem Liebling Stress, Unsicherheit und Angst nimmt.

Der gelassene Hund von Gülay Ücüncü Selbstkontrolle Impulskontrolle Selbstbeherrschung Frustrationstoleranz Angst beim hund

Der gelassene Hund

Das zweite, empfehlenswerte Buch, ist von Gülay Ücüncü. Das Endziel ist das selbe, wie bei "Der ängstliche Hund", der Ansatz ist aber ein anderer. 

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